Wie Schamabwehr Beziehungen zerstört

2018-12-15T13:48:35+02:00Scham|

Das Schwierige an toxischer Scham ist, dass wir sie abwehren. Wir lassen Schamgefühle gar nicht erst ins Gewahrsam kommen, sondern delegieren sie sofort an andere. Wir werten andere ab, belächeln sie, greifen an, reagieren betont emotionslos, mit Überlegenheit oder Arroganz. All dies sind Strategien, um die eigene Beschämung nicht selbst zu spüren. Stattdessen fügen wir sie anderen zu. Anders gesagt: wir projizieren unsere Schamgefühle und die damit verbundenen Eigenschaften oder vermeintlichen Fehler auf andere. Toxische Scham braucht Sündenböcke. Mit Schamabwehr einher geht ein extremes Maß an Leugnung. Vielleicht kann man es nicht einmal Leugnung nennen, würde dies doch implizieren, dass wir etwas bewusst abstreiten. Nein. Schamabwehr geschieht so blitzschnell und so unbewusst, dass wir mit großem Erstaunen oder sogar Empörung reagieren, wenn andere uns auf unser Verhalten hinweisen. Ich wage sogar zu behaupten, dass neun von zehn Menschen nicht merken, dass sie ihre Scham delegieren. Vielleicht ist der Prozentsatz sogar [...]