Stolz im Angesichts des Scheiterns

2018-11-08T22:18:18+02:00Stolz|

Heute ist nicht einer meiner besten Tage. Ich fühle mich geschlagen. Besiegt. Gescheitert. Dieses Gefühl ereilt mich nicht sehr häufig. Ich weiß nicht weiter. Doch in diesem Scheitern spüre ich etwas Überraschendes: Stolz. Jemand, der wie ich lange von Leistungsdenken und Perfektionismus getrieben war, mag es überhaupt nicht zu scheitern. Es passt einfach nicht in mein Selbstbild. Aber nun ist es geschehen. Körperlich und emotional habe ich eine Grenze erreicht. Eine ausgesprochen spürbare Grenze. Wille allein reicht plötzlich nicht mehr, um so weiterzumachen wie bisher. Fehlbarkeit Ich könnte auch sagen: ich muss mir heute meine Fehlbarkeit eingestehen. Meine Begrenzung. Oder, wie John Bradshaw es nennen würde, meine Menschlichkeit. Bradshaw ist es auch, der in seinem Buch "Healing the shame that binds us" beschreibt, dass toxische Scham zwei Extreme in uns erzeugt: das Über- oder das Untermenschliche. Wir wollen entweder besser sein als alle anderen (was uns in einen nie endenden [...]